hartmann21 präsentiert: Thomas Zehetmair (Violine) und Ruth Killius (Viola)

18. Oktober 2017, 20.00 Uhr

Ort:

Karl-Amadeus-Hartmann-Gesellschaft

Franz-Joseph-Str. 20, 80801 München

(U3/U6 Giselastraße)

Kartenreservierung unter:

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Tel. 089 347967 (auch Nachricht auf AB)

Vorbestellung und Abendkasse

Werke von Karl Amadeus Hartmann, Bernd Alois Zimmermann, Bohuslav Martinu imd Gideon Klein

Eintritt: 20,00 € (erm. 17,00 €)

Karl Amadeus Hartmann (1905 – 1963):
Sonate Nr. 2, für Violine solo (1927)

Bohuslav Martinu (1890 – 1959):
Three Madrigals, für Violine und Viola (1947)

Bernd Alois Zimmermann (1918 – 1970):
Sonate für Viola solo (1955)

Gideon Klein (1919 – 1945):
Duo im Vierteltonsystem (1940)

Mit dem Geiger Thomas Zehetmair begegnet einer der herausragenden und aufregendsten Musiker dem Werk Hartmanns, setzt sich ihm aus, reflektiert, spürt Bezügen nach und lässt als Interpret den Zuhörer an seiner individuellen Erlebenswelt teilhaben. In einem singulär komponierten Programm kreiert Zehetmair gemeinsam mit der Bratscherin Ruth Killius ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Blickwinkeln und Wahrnehmungsweisen und lässt einen auf diese Weise Hartmanns musikalisch progressive und in ihrer Klangsprache radikal grenzüberschreitende 2. Sonate für Violine solo neu erfahren. Nach Bach und Reger dürfte es erst wieder Hartmann gelungen sein, der Violine eine so ungewöhnlich komplexe Polyphonie zu schenken.

Das Thema der künstlerischen Sublimierung menschlicher Grenzerfahrungen verklammert die Konzerte der Saison 2017. In der Sonate für Viola solo aus dem Jahr 1955 verarbeitete Bernd Alois Zimmermann den Tod seiner Tochter im gleichen Jahr. In Anlehnung an Alban Bergs Violinkonzert versah er das Werk mit der Widmung: „ …an den Gesang eines Engels“. Der Schlussabschnitt der Komposition zitiert den Choral „Gelobet seist Du Jesu Christ“. Zimmermann bezeichnete das Stück entsprechend als Choralvorspiel. In diesem Sinne  lassen sich die vorangegangenen Abschnitte als ein allmähliches Herauskristallisieren und Verdichten des Choralthemas verstehen, das gegen Ende des Werkes in seiner Reinform zutage tritt.

In Bohuslav Martinus Three Madrigals und Gideon Kleins Duo im Vierteltonsystem begegnen sich nun Violine und Viola und treten in mannigfaltiger Weise zueinander in Beziehung – mal als gleichberechtigter Partner, als obere und untere Seite eines Blattes oder als Objekt und sein Schatten. In den Three Madrigals, komponiert 1947 im amerikanischen Exil, ist ein spielerischer Humor am Werk. Neben und inmitten des Spiels wird aber auch eine tiefe Traurigkeit spürbar, die Lieder und Tänze aus der Vergangenheit in Erinnerung rufen. Was nicht mehr gesungen und getanzt werden kann, lässt sich immer noch spielen.

Gideon Klein komponierte schlussendlich sein Duo im Vierteltonsystem im Jahre 1940 während seiner Studienzeit in Prag bei Alois Hába, dem Begründer der Mikrointervallkomposition und langjährigen Weggefährten Karl Amadeus Hartmanns.