Saisonstart des ensemble hartmann21 am 16. Oktober 2019 mit Werken von Hartmann, Boulez, Hernández (UA), Manoury und LIgeti

Am 16. Oktober starten wir mit unserem ensemble hartmann21 in die neue Saison!

Mit unserem Programm möchten wir zunächst einen Bogen zu den Anfängen der 1945 von Karl Amadeus Hartmann gegründeten MUSICA VIVA schlagen. Mit Solowerken von Pierre Boulez und György Ligeti bilden zwei Kompositionen der engsten Weggefährten Hartmanns und prägnantesten Gestalten der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts eine programmatische Klammer um Hartmanns frühe Suite Nr. 1 für Klavier1945 komponiert der damals zwanzigjährige Boulez seine Douze Notations: zwölf Stücke zu zwölf Takten á zwölf Tönen.

Über dreißig Jahre später sollten ihm gerade diese Miniaturen als Keimzelle für sein gleichnamiges und epochemachendes Orchesterwerk dienen. Aphoristische Kürze, unverkennbar expressionistische Klangintensität und rigoros serielles Vorgehen in puncto Kompositionstechnik sind die bestimmenden Merkmale, die dieses Werk zum ästhetischen Manifest des jungen Pierre Boulez machen. 

 

 

Bevor György Ligeti 1956 aus politischen wie künstlerischen Gründen aus Ungarn in den Westen floh, komponierte er eine ganze Reihe von Frühwerken in der Nachfolge Béla Bartóks; zu ihnen gehört auch die Solosonate für Cello, die zwischen 1948 und 1953 entstand. Obwohl ihre zwei Sätze den folkloristisch geprägten „Volkston“ Bartóks noch ungebrochen erkennen lassen, betrachtete das Komitee der kommunistischen Komponistenunion das Werk als „zu modern“ und verbot seine Aufführung. 

 

Nach Pierre Boulez ist Philippe Manoury wohl die Galionsfigur der französischen Avantgarde schlechthin. Die Frage nach den diversen Formen der musikalischen Interaktion rückte während der vergangenen Jahre verstärkt in den Fokus seines Schaffens wie seiner musiktheoretischen Schriften. Dieses Moment prägt auch sein Werk Ultima, in dem neue Möglichkeiten des Zusammenspiels unter „freien“ Individuen erprobt werden: „Diese freiwillige Unabhängigkeit im Verhalten der drei Instrumente wurde mir durch die Heterogenität ihrer jeweiligen Natur nahegelegt.“,  so der Komponist im Vorwort seiner Partitur.

 

Schlussendlich widmet sich unser ensemble hartmann21 einem neuen Werk des 29-jährigen mexikanischen Komponisten Carlos G. Hernández, der auch unsere daran anschließende Gesprächsrunde bereichern wird. Ähnlich wie Philippe Manoury, beschäftigt sich Hernández in seinem Werk 5(233nmit dem Thema der Kommunikation oder Isolation zwischen Individuen im Zeitalter der digitalen Medien und überträgt dies auf die Interaktion der Instrumentalstimmen.

 

 

PROGRAMM 

 

Karl Amadeus Hartmann: Kleine Suite Nr. 1

 

für Klavier solo

 

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Carlos G. Hernández: 5(233n (UA)

 

für Flöte, Klarinette, Violoncello und Klavier 

 

 

Pierre Boulez (1925-2016): 12 Notations

 

für Klavier solo

 

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Philippe Manoury: Ultima

 

für Klarinette, Violoncello und Klavier 

 

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György Ligeti: Sonate

 

für Violoncello solo

 

 

 

 

 

ensemble hartmann21

 

Serena Aimo, Flöte

 

Arabella Purucker, Klarinette

 

Henri Bonamy, Klavier

Hans-Henning Ginzel, Violoncello (Musikalische Leitung)

 

 

 

Kartenreservierung unter:  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Tel. 089 347967 (auch Nachricht auf Anrufbeantworter möglich)

Vorbestellung und Abendkasse, sowie Münchenticket

Eintritt:10,00 Euro (red. 7,00 Euro)

 

Eine Veranstaltung der © Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e.V.,

gefördert durch Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Bezirk Oberbayern sowie LFA Förderbank Bayern